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Jürgen Meier: TEESTUNDE

Eine Begegnung. 1961. 65 Jahre später. Jürgen Meiers TEESTUNDE verwandelt eine Einladung von 1961 in einen poetischen Denkraum über Arbeit, Erinnerung und soziale Ordnung. Historische Recherche trifft auf persönliche Geschichte und künstlerische Imagination.

Vernissage: Freitag, 9. Oktober 2026, 19 Uhr · Kolonnadenstraße 9, 04109 Leipzig · Eintritt frei

Preview für Kaufinteressent*innen und Journalist*innen: Donnerstag, 8. Oktober 2026, 18 Uhr.

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Meiers künstlerisch-biographische Recherche als Rauminstallation bei 20blue.arts

Mit TEESTUNDE zeigt 20blue.arts eine neue Arbeit des Leipziger Künstlers Jürgen Meier. Ausgangspunkt des Projekts ist ein persönliches Fundstück: eine Einladung aus dem Jahr 1961.

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach bittet Meiers Großvater Wilhelm Meier, der fünfzig Jahre für Krupp tätig war, zu einer Teestunde in seine private Wohnung an der Berenberger Mark in Essen.

Aus dieser scheinbar kleinen Begebenheit entwickelt der Maler und Medienkünstler Jürgen Meier einen vielschichtigen biografischen und gesellschaftsgeschichtlichen Kosmos. Mit Aquarellen, Lack- und Acrylmalerei, fotografischen Dokumenten, Karten, Rekonstruktionen und erzählerischen Texten folgt die Ausstellung einer Fahrt durch Essen: vom Arbeitsplatz bei den Krupp-Baubetrieben in der Frohnhauser Straße über die Margarethenhöhe, die von Margarethe Krupp gestiftete Gartenstadt für Beschäftigte des Unternehmens, bis zur privaten Welt des Unternehmers in Bredeney.

Die kurze Fahrt im chauffierten Mercedes wird dabei zum Weg durch unterschiedliche soziale Räume – zwischen Arbeit und Anerkennung, Wohnfürsorge und Abhängigkeit, Gemeinschaft, Hierarchie und Eigentum. Die Teestunde würdigt langjährige Arbeit und macht zugleich sichtbar, wie gesellschaftliche Positionen nicht nur durch Einkommen oder Besitz, sondern ebenso durch Architektur, Verkehrswege, Kleidung, Rituale und Blicke geprägt werden.

Wer fährt – und wer wird gefahren? Wer baut – und wer bewohnt? Wer gestaltet Landschaft – und wer verfügt über den Blick?

Ausstellungsplakat TEESTUNDE von Jürgen Meier: Aquarell-Porträt eines lachenden Mannes in Grautönen, Text „Eine Begegnung. 1961. 65 Jahre später.“, Eröffnung 9. Oktober 2026, 19 Uhr, 20blue.arts, Kolonnadenstraße 9, Leipzig
Jürgen Meier: Stern, Mercedes 190D Ponton — Aquarell des Mercedes-Sterns
Stern, Mercedes 190D Ponton · Aquarell
Jürgen Meier: Teetasse, 25. März 1961 — zartes graues Aquarell einer Teetasse
Teetasse · Aquarell
Jürgen Meier: H. Upmann, Einzelzigarre — Aquarell einer Zigarre mit roter Banderole
H. Upmann, Einzelzigarre · Aquarell
Jürgen Meier: Zigarettenpackung ERNTE 23 — Aquarell in Rot-, Grün- und Grautönen
Zigarettenpackung: ERNTE 23 · Aquarell

Werke: Jürgen Meier, aus dem Katalog TEESTUNDE.

Jürgen Meier: Willi, 25. März 1936 — Porträt in Acryl, ein Mann mit Halbglatze in dunklem Anzug vor dunklem Grund
Willi, 25. März 1936 · Acryl, 50 × 40 cm, 2026

„Seit mehreren Jahren begleite ich Jürgen Meiers künstlerische Recherchen mit großer Bewunderung. Seine besondere Stärke liegt darin, aus historischen Dokumenten, persönlichen Erinnerungen und offenen Fragen poetische Denk- und Möglichkeitsräume zu schaffen. TEESTUNDE zeigt exemplarisch, wie aus einer biografischen Spur eine vielschichtige Erfahrung von Geschichte und Gegenwart werden kann.“

Anja Mutschler, Kuratorin und Gründerin von 20blue.arts

Meiers künstlerische Recherche verbindet privates Erinnern mit dokumentarischem Material, historische Präzision mit bildnerischer Imagination. Im Zentrum steht nicht die nachträglich geglättete Erzählung einer Industriegeschichte, sondern ihre Vielstimmigkeit: eine Einladung, eine vergoldete Uhr, ein Öldruck, Tee und Gebäck, die Fahrt durch Essen, das Gruppenfoto auf der Terrasse und der Blick über das Ruhrtal. Aus diesen Elementen entsteht ein gesellschaftliches Panorama der westdeutschen Nachkriegszeit.

TEESTUNDE betrachtet die Moderne nicht allein als Architektur- oder Designgeschichte, sondern als konkrete Lebensform und soziale Ordnung. Die Margarethenhöhe erscheint als architektonisch und sozialreformerisch ambitionierte Gartenstadt und zugleich als Teil einer umfassenden Unternehmenswelt. Die Villa an der Berenberger Mark steht für eine andere Form des Wohnens und Verfügens. Beide Orte verbindet das Unternehmen Krupp, doch sie unterscheiden sich grundlegend im Grad der gesellschaftlichen Teilhabe und Verfügung.

Jürgen Meier macht diese Verhältnisse nicht durch abschließende Urteile sichtbar, sondern durch eine poetische Form der Rekonstruktion. Zwischen Fotos, Archivdokumenten, gemalten Szenen und erzählerischen Leerstellen entfaltet sich ein Raum, in dem Geschichte weder festgeschrieben noch bloß illustriert wird. Sie wird neu erfahrbar: als Nähe und Abstand, als Erinnerung und Überlieferung, als gesellschaftliche Realität und individuelle Vorstellung.

Mit TEESTUNDE setzt 20blue.arts seine Reihe von Ausstellungen fort, die Kunst als Anlass für gesellschaftliche Aufmerksamkeit, Begegnung und Gespräch verstehen. 20blue.arts verbindet Galerie, Kunstgeschäft, Salon und Club in der Leipziger Kolonnadenstraße 9. Der von Anja Mutschler gegründete Raum lädt dazu ein, künstlerische Positionen nicht nur zu betrachten, sondern auch im Austausch mit anderen weiterzudenken.

Einmal durchblättern, bitte.

Ein Blick in die ersten 15 Seiten des Katalogs TEESTUNDE — Seite für Seite, wie in der Hand. Blättern per Klick, Wischen oder Pfeiltaste.

Den vollständigen Katalog (110 Seiten) gibt es gegen eine Schutzgebühr von 15 € in der Galerie — oder du bestellst ihn per E-Mail an arts@20blue.de. Für die Presse ist ein Rezensionsexemplar möglich.

Seite 1 / 15

Katalog bestellen · 15 € Schutzgebühr

Vier Gelegenheiten zur Teestunde.

08Oktober
Preview

Vorab für Sammler und Presse

Donnerstag, 8. Oktober 2026: Preview für Kaufinteressent*innen und Journalist*innen — die Ausstellung einen Tag vor der Eröffnung sehen.

Beginn 18 Uhr · Werkliste mit Preisen vorab anfordern

09Oktober
Vernissage

Eröffnung TEESTUNDE

Freitag, 9. Oktober 2026: Jürgen Meier eröffnet seine Rauminstallation in der Kolonnadenstraße 9.

Beginn 19 Uhr · Eintritt frei · Spendenschwein freut sich übern Schein

18Oktober
Kunstsalon

Kunst als Dokumentarform

Mit Jürgen Meier und seiner Imagination der „Teestunde“ — bei Tee und Kuchen über Möglichkeiten und Grenzen von Kunst in der Dokumentation von Ereignissen.

14–17 Uhr · Signature Dish & Art Work · salon tiger & Schnuppermitglied: 20 € Eintritt · peer & collector kostenfrei

Ticket kaufen · 20 €
01November
Finissage

Letztes Gebäck zur „Teestunde“

Sonntag, 1. November 2026: Die Ausstellung verabschiedet sich — eine letzte Gelegenheit, die Werke im Zusammenhang zu sehen.

Beginn 14 Uhr · Eintritt frei

Kolonnadenstr. 904109 Leipzig
Do–Fr 14–19 UhrÖffnungszeiten
Sa–So 13–18 Uhrund nach Vereinbarung
Eintritt freiAusstellung & Vernissage

Wie künstlerische Recherche Geschichte neu lesbar macht.

TEESTUNDE ist nicht nur eine Ausstellung über die Nachkriegsgeschichte, sondern ein Beispiel dafür, wie künstlerische Recherche historische Macht-, Arbeits- und Aufstiegserzählungen neu lesbar macht. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet 20blue: Recherche mit Methode, Denken mit Spielraum.

Warum ein Recherche-Atelier eine Galerie betreibt: Kunst und Forschung

Werke aus TEESTUNDE erwerben.

Die Arbeiten überzeugen als einzelne Werke und sind zugleich Teil einer großen Erzählung. Die Werkliste ist jetzt erhältlich, der Katalog (110 Seiten) für 15 € Schutzgebühr — Pressekontakt: Anja Mutschler, 0173-6174281, arts@20blue.de.

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